Studienplatzvergabe neu geregelt
Um die derzeitigen Probleme bei der Studienplatzvergabe zu lösen, regeln die Hochschulen und die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen gemeinsam den Vergabeprozess neu. Einheitliche Bewerbungszeiträume und ein computergestütztes Nachrückerverfahren sollen ab dem Wintersemester 2009/10 für mehr Klarheit sorgen.
Eigentlich ist es kaum zu glauben: Viele Studierende bewerben sich in der Befürchtung, keinen Studienplatz zu kriegen, gleich bei mehreren Hochschulen. Trotzdem bleiben nach aktuellen Schätzungen bis zu 20 Prozent der Studienplätze unbesetzt. Aber genau hier liegt das Problem: Die meisten Bewerberinnen und Bewerber warten, bis sie von allen Universitäten Zu- oder Absagen erhalten haben, bevor sie sich entscheiden. Dann ist es meist zu spät, um die nicht angenommenen Plätze noch nachzubesetzen.
Bundesbildungsministerin Anette Schavan präsentierte jetzt nach einem Gespräch mit Vertretern der Kultusministerkonferenz (KMK), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) konkrete Lösungswege: Mit Unterstützung der ZVS werden die einzelnen Universitäten ihre Studienplatzvergabeverfahren in einer neuen Software zusammenführen. “Dezentralität und der unterstützende Service der ZVS müssen hier ineinander greifen,” erklärte Schavan.
Gemeinsam haben Bund und Länder das Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik damit beauftragt, das neue Programm zu entwerfen. Bis zur Fertigstellung ist eine Übergangsphase vorgesehen.
Auf Initiative mehrerer großer Universitäten gleichen die Hochschulen ihre Bewerbungszeiträume an. So können sich die Bewerber früher entscheiden. Die dann noch freien Plätze können über eine von der ZVS betreute Internetplattform vergeben werden. “In ähnlicher Weise findet das in Baden-Württemberg bereits statt,” so Schavan. Sowohl die KMK als auch die HRK stimme dem zu.
Damit es funktioniert, müssen alle mitmachen
Innerhalb der nächsten vier Wochen wird sie mit Hochschulrektoren und -rektorinnen sowie Vertretern und Vertreterinnen aller 16 Bundesländer sowie der ZVS und des Fraunhofer-Instituts zusammenkommen. Der Fokus der Beratungen wird darauf liegen, die Selbstständigkeit der Universitäten so weit wie möglich zu wahren. Wichtig sei aber trotzdem, dass sich alle Hochschulen an dem neuen Verfahren beteiligen, unterstrich Schavan.
Derzeit vergeben die Hochschulen ihre Studienplätze unabhängig und eigenständig. Etwa 60 Prozent der Studienplätze deutschlandweit werden so besetzt. Ausnahmen sind die Studienfächer Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Psychologie, bei denen die ZVS die Studienplätze verteilt.
Quelle: REGIERUNGonline
















